Zeugnisse der Spaltung

    Kanalisation im geteilten Berlin

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    978-3-00-032336-2
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    Beschreibung

    Während die Trinkwasserversorgung Berlins bereits in den 1950er Jahren und damit vor dem Mauerbau getrennt worden war, floss Abwasser stets von West nach Ost und umgekehrt. Das war beiden Seiten nicht recht: Weil jeweils für die Durchleitung und Entsorgung bezahlt werden musste und – das galt nur für die DDR – weil die Kanalisation ein Fluchtweg unter der Grenze war. Bald waren 54 dieser Kanäle, nämlich alle mindestens 30 Zentimeter starken, durch Gitter oder Mauern und zum Teil sogar mehrfach so versperrt, dass sie für Menschen unpassierbar wurden. Besonders perfide waren Gitter aus Stahlrohren, die auf Stahlstäbe gesteckt waren. Weil sich die Rohre auf den Kernen drehten, scheiterte jeder Säge-Versuch. Während die Kanäle rasch durch Gitter versperrt werden konnten, waren für eine beiderseits geplante Autarkie in der Abwasserentsorgung umfangreiche Investitionen notwendig. Diese wurden aber bis zum Fall der Mauer nur teilweise realisiert. Deshalb gab es beim Abwasser zwischen Ost- und Westberlin eine die durch Vernunft bestimmte und über alle politischen Auseinandersetzungen hinweg notwendige Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten. Mit zahlreichen Details aus Archiven von DDR- und Westberliner Behörden, der Stasi, der Vorläuferunternehmen der heutigen Wasserbetriebe sowie anhand von Zeitzeugen informiert das Buch über bislang unbekannte Fakten und Geschichten.

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    ISBN 978-3-00-032336-2
    Autor Jelena Butter, Hans-Joachim Hinz
    Verlag Museum im Wasserwerk Berlin-Friedrichshagen
    Sprache Deutsch