Die Untergrundbahn von Gesundbrunnen nach Neukölln

    Zur Eröffnung der Nordstrecke Neanderstrasse – Gesundbrunnen am 18. April 1930 (Reprint)

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    978-3-94311-229-0
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    Beschreibung

    Aus dem Vorwort:

    Am 18. April 1930 fuhr die erste U-Bahn auf der Strecke zwischen Gesundbrunnen im Norden und Neukölln im Süden Berlins. Die „GN-Bahn“ verband von nun an die vorwiegend von Arbeitern bewohnten Bezirke mit dem Zentrum der Stadt. Gleichzeitig entstanden damit die bis heute noch bedeutenden Verkehrsknotenpunkte mit der Schnellbahn am Ring (Gesundbrunnen) und der Stadtbahn am Alexanderplatz im Herzen der Stadt. Wesentlich später, erst im Jahre 1996, sollte es auch zu der lang ersehnten Verbindung der Linie mit der südlichen Ringbahn-Station an der Hermannstraße kommen.

    Die turbulenten Ereignisse in der Geschichte des 20. Jahrhunderts hinterließen an der Strecke der U8 ihre Spuren. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs schnitt sich nicht nur durch die damit einhergehenden Zerstörungen in die Linie ein. In einigen Bahnhöfen und Tunnelrohbauten wurden Schutzräume einbetoniert, in denen Tausende Menschen während des Luftkrieges Zuflucht suchten. Nach dem Krieg durchfuhr die U-Bahn plötzlich drei der vier alliierten Sektoren – den französischen Sektor im Nordwesten, den sowjetischen Sektor in Mitte, und schließlich endeten die Züge im US-amerikanischen Sektor im Süden Berlins. Der Mauerbau 1961 führte zur Entstehung von „Geisterbahnhöfen“ auf Ost-Berliner Territorium – wohl einer der bizarrsten Auswüchse des Kalten Krieges in der „Frontstadt“.

    Die heutige U-Bahnlinie U8 kann also in vielerlei baulicher wie auch historischer Hinsicht als die interessanteste Untergrundbahn in Berlin bezeichnet werden. Baustopps, mehrere Umplanungen mit Streckenverlegungen, „Geistertunnel“ und Bahnhofsrohbauten, Bunker und Transformatorstationen der BEWAG lassen sich an und in ihr entdecken und zeigen. 
    Die Luftschutzanlagen im U-Bahnhof Gesundbrunnen sind durch den Verein „Berliner Unterwelten e.V.“ zugänglich gemacht worden. Auf der „Tour 1 – Dunkle Welten“ ist eine original erhaltene Schutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen. 
    Einige Bauvorleistungen und ihre Nachnutzungen befinden sich auch um den Kreuzberger Moritzplatz herum. 
    Den U-Bahnhof Pankstraße, zwischen Gesundbrunnen und Osloer Straße gelegen, hat man zugleich als Mehrzweckanlage eingerichtet. In diesem U-Bahnhof sollten im „Ernstfall“ 3.339 Menschen den Atomschlag überleben. 1981-83 wurde zudem noch, über der Kehr- und Aufstellanlage des U-Bahnhofs Gesundbrunnen gelegen, die Zivilschutzanlage Blochplatz, bereits im Zweiten Weltkrieg eine Schutzanlage, für nunmehr 1.318 Personen „reaktiviert“. Beide Anlagen können heute im Rahmen der „Tour 3 – U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg“ des „Berliner Unterwelten e.V.“ besichtigt werden.

    Die vorliegende Broschüre ist eine Reproduktion der 1930 erstmals erschienenen Dokumentation zum U-Bahnbau. Mit der vom „Berliner Unterwelten e.V.“ initiierten Wiederveröffentlichung soll an die wechselvolle Geschichte der heutigen U8 erinnert werden.

    Mehr Informationen

    ISBN 978-3-94311-229-0
    Verlag Edition Berliner Unterwelten, 2. überarbeitete Auflage des Reprints, 2011
    Sprache Deutsch
    Beilage 3 aufwendig reproduzierte Faltpläne der Streckenverlaufsplanungen